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Fasten oder Abnehmen? Das ist hier die Frage!

Fasten – großer Verzicht mit kleinem Erfolg
In den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern verzichten viele Menschen traditionellerweise auf einen Teil ihrer Nahrung. Liest man unter „Fasten“ nach, so wird dieses als “freiwilliger Verzicht auf jegliche Nahrung über einen begrenzten Zeitraum” bezeichnet. Dabei gibt es unterschiedliche Arten des Fastens: Manche nehmen sich vor, in dieser Zeit “nur” auf Fleisch, Schokolade oder Alkohol zu verzichten, andere gehen die Askese strenger an – sie entschließen sich zum wirklich strengen Fasten. Dies ist oft in religiösen Motiven begründet:. Hier stehen Meditation, innere Reinigung und Selbstfindung im Vordergrund.

Fasten ist keine traditionelle Methode zur Gewichtsreduktion!
Das Heilfasten in der Naturheilkunde und Fasten zum Abnehmen sind seit einiger Zeit wieder in Mode gekommen. Lästigen Fettpölsterchen, die durch ausgiebige Weihnachts- und Faschingsfestessen angesammelt haben, soll endlich der Kampf angesagt werden.

Strenges Fasten – die Nulldiät!
Wie sieht die Nulldiät aus? Pro Tag trinken Sie ausschließlich 2-3 Liter energiefreie Getränke (Wasser, Mineralwasser oder Tee). Dabei wird Ihr Energie- und Eiweißbedarf beim totalen Fasten nach Entleerung vorhandener Kohlenhydratspeicher weitgehend über Abbau von Ihrem Körpereiweiß (=Muskelmasse) und Depotfett gedeckt. Durch die Mobilisierung von Körperfett entstehen beim Fettsäureabbau sogenannte Ketonkörpern, dies klingt nun sehr kompliziert, hat aber seinen Sinn. Denn diese werden vom Gehirn anstelle von Zucker als Energiequelle herangezogen – der Rest wird über Ihre Nieren ausgeschieden. Die verstärkte Ausscheidung von Ketonkörpern bedingt gleichzeitig eine Reduktion der Harnsäureausscheidung. Daher müssen Sie unbedingt genug Flüssigkeit zu sich nehmen, um alle Stoffwechselendprodukte möglichst rasch auszuscheiden. Aber Achtung! Bei bereits bestehender Gicht kann ein schmerzvoller Gichtanfall die Folge sein. Darüber hinaus können Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen und Übelkeit als “Nebenwirkungen” auftreten. Daher sollte das totale Fasten wirklich nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden!

Hoher Eiweißverlust ist die Folge bei strengem Fasten
Totales Fasten führt auch zu einem hohen Verlust an Körpereiweiß. Ein Großteil der Gewichtsverringerung ist somit durch Reduktion der (wasserhältigen) Muskelmasse bedingt. Die Nulldiät führt also im Wesentlichen zum Schwund an Muskelmasse, die nach der Diät wieder mühsam aufgebaut werden muss.

Jojo Effekt
Was wir alle nicht möchten beim Abnehmen, ist der so genannte Jojo Effekt. Da vermehrt Eiweiß abgebaut wurde, reagiert Ihr Körper mit vermehrtem Hunger und möchte diesen Eiweißmangel wieder mit zusätzlichem Essen aufbauen. Weiters ist Ihr allgemeiner Grundumsatz gesunken, der mit daran Schuld ist, dass nach der Fastenzeit wieder die Kilos schneller steigen.

Die Bilanz: so nüchtern wie der Magen
Wer seinem Körper 4 Wochen lang nichts als Wasser gönnt, kann zwar mit einem Gewichtsverlust von 9-14 kg rechnen, doch nur 43% davon stammen aus den ungeliebten Fettdepots (der Rest ist Eiweiß und Wasser).

Daneben können Sie auch diverse Molke-Trinkkuren oder Saftkurenmachen. Hier konsumieren Sie fast ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte, Tees und Mineralwasser bzw. Molkegetränke. Aber auch hier gelten ähnliche Bedingungen und Bedenken wie beim totalen Fasten.

Ich mache trotzdem eine Fastenkur!
Haben Sie sich dennoch für eine Fastenkur entschieden, so achten Sie unbedingt auf folgendes:

Fazit: Fasten um Abzunehmen ist nicht empfehlenswert
Problematisch ist vor allem das langfristige Halten des niedrigeren Körpergewichts, das durch das Fasten erreicht wurde. Aber halten Sie sich immer eines vor Augen: Sie üben durch das Fasten kein besseres Essverhalten, sondern lernen verzichten und mit Hunger umzugehen. Eine Ernährungsumstellung, die Sie langfristig beibehalten bringt auf jeden Fall mehr Erfolg.

Wichtig: Wenn Sie fasten, sollten Sie sich auf das Fasten konzentrieren. Das heißt, nehmen Sie sich wirklich Zeit im Alltag dafür!

Quelle:
www.ages.at/ages/ueber-uns/presse/pressemeldungen/fasten-heisst-nicht-hungern/

www.veoe.org

Fr, 26. Feb 2010 - Abnehmen, Allgemeines

6 Kommentare to “Fasten oder Abnehmen? Das ist hier die Frage!”

  1. Maike schreibt:
    Mo, 8. Mrz 2010

    Sehr schöner und informativer Artikel ;)

    VG
    Maike

  2. Frank schreibt:
    Do, 11. Mrz 2010

    grrrr fasten, das wäre nichts für mich!
    Hier kann ich nur dem vorletzen Satz zustimmen, eine Ernährungsumstellung ist mit Sicherheit eine bessre Alternative um abzunehmen. Sie bringt dann auch für eine längere Zeit positive Effekte mit sich.

  3. jana schreibt:
    Fr, 12. Mrz 2010

    hallo! sehr interessanter artikel. die info war sehr nützlich für mich.

  4. Sandra Nicole Trummer schreibt:
    So, 21. Mrz 2010

    Ich hatte hierin nicht so fachliche Details erwartet und bin von der Fülle an Sachinformationen überrascht. Selbst faste ich gerade, tja 4 Wochen sind es nicht. 2 Wochen haben auch zu reichen und mir hilft jährlich eine Kombination aus Saft- und Teefasten. Ich nehme eine begrenzte Menge (wenn möglich selbst frisch gepresster) biologischer Obst- und Gemüsesäfte zu mir.

    Beim ersten Mal habe ich mir eine Begleitung organisiert, jetzt geht es auch ohne.
    Meinen Verdauungsorganen tut eine Essenspause jedesmal gut. Ich glaube beim ersten Mal ist es gut sich in dieser Zeit Urlaub zu nehmen, außer man ist einem sehr gutem körperlichen, seelischen und geistigem Gleichgewicht.

    Rüdiger Dahlke hat, finde ich, ein gutes Buch übers Fasten geschrieben und wohnt in der SüdWest Steiermark.

    Na vielleicht regt dieser Artikel manche Menschen an, sich auf den Fastenweg zu begeben?

    entspannte Grüße.

  5. Katharina schreibt:
    Do, 1. Apr 2010

    Ein sehr informativer Artikel, richtig!
    Dennoch geht es beim Fasten vor allem um einen neuen Lebensstil, man erlernt gerade durch eine gut angeleitete Fastenwoche sehr wohl ein gesünderes, bewusstes Essverhalten, denn nach dem richtigen Fasten kommen die sogenannten Aufbautage.

    Eine Ernährungs- bzw. eine Lebenstilumstellung (Bewegung, Entspannung, gesunde Nahrungsmittel, biologisch, regional, mit Genuß selbst zubereitet und gegessen) sollten das Ziel einer Fastenwoche sein, in der man besonders darauf achtet, wieder auf seinen Körper und die eigenen Bedürfnisse zu hören.

    Mit vielen kleinen Schritten kann man mit der richtigen Einstellung sehr wohl langfristig auch das Gewicht reduzieren.

    In einer Fastenzeit bis zu 10 Tagen (wie sie von gesunden Menschen – im Zweifelsfall abklären!!! – auch ohne ärztliche Ausicht durchgeführt werden kann) wird dem Muskelabbau mit viel Bewegung entgegengewirkt.

  6. Furamed schreibt:
    Fr, 30. Jul 2010

    Vielen Dank für den Artikel. Ich bin kein Fan von Diäten und Fasten. Ich bin der Meinung, man sollte immer nicht so viel (vor allem fettes und süßes Essen soll in Grenzen gehalten werden) essen. Diäten und Fasten helfen nur kurzfristig abzunehmen und dann…

Kommentare